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Vermeintlicher Klickbetrug: Ärger um AdSense-Schließungen

03.Mar.2007, 06:37 Uhr by Jens (5501 mal gelesen)
AdSense

Gegen Klickbetrug sind Firmen wie Google, die ihren Hauptumsatz durch Bannerwerbung generieren, besonders empfindlich und versuchen mit allen Mitteln diesen zu erkennen und somit einzuschränken. Dass dieses "einschränken" nicht immer auf die sanfte Tour gemacht wird beweisen einige Fälle von ehemaligen AdSense-Kunden deren Konten ohne größere Angabe von Gründen geschlossen worden sind.

Daniel Ebetner vom eBusinessBlog hat, wie Millionen anderer Blogger auf dieser Welt auch, AdSense-Banner auf seiner Webseite geschaltet um sich ein paar Dollar im Monat dazu zu verdienen. Das Geschäft lief nicht wirklich gut und so blieb es bei wenigen Klicks am Tag, doch in der letzten Woche gab es dann sehr viel mehr Klicks als gewöhnlich - und das hat die Googler misstrauisch gemacht.

Daniel hat folgende Mail vom AdSense-Team bekommen:

Uns ist aufgefallen, dass ungültige Klicks bzw. Impressionen auf die
Google-Anzeigen auf Ihrer Website bzw. Ihren Websites ausgeführt
wurden. Aus diesem Grund haben wir Ihr Google AdSense-Konto
deaktiviert. Diese Maßnahme wurde ergriffen, um die Interessen der
AdWords-Inserenten zu wahren.

(…)

Ein Publisher, der ein Konto unterhält, das aufgrund ungültiger
Klickaktivität deaktiviert wurde, ist zu einer weiteren Teilnahme am
AdSense-Programm nicht berechtigt und erhält keine weiteren Zahlungen.
Die Einnahmen Ihres Kontos werden den betroffenen Inserenten
zurückerstattet.

Seine verzweifelten Antworten auf diese eMails wurden ebenfalls automatisiert oder zumindest mit Standardfloskeln beantwortet und es gab kein weiterkommen, also war es dann für ihn mit AdSense und die Konkurrenz wird sich demnächst über einen neuen Kunden freuen dürfen.

Ein anderer Fall zeigt, dass Google auch ziemlich nachtragend sein kann:
Auch der JobBlog wurde, vor mittlerweile einem Jahr, aus dem AdSense-Programm gekickt. Wie üblich mit dem Grund dass bei diesem Account massenhaft Klickbetrug stattgefunden hat. Nach einigem Hin und Her hat sich der Betreiber dann damit abgefunden und jetzt nach einem Pause versucht sich wieder neu anzumelden. Doch ein Google hat ein Gedächtnis wie ein Elefant und hat mit ebensolchen eMails wie damals geantwortet:

vielen Dank für Ihre Bemühungen, den Sachverhalt zu klären. […] Wir haben nach Erhalt Ihrer Antwort Ihre Kontodaten eingehend geprüft und festgestellt, dass auf den Anzeigen Ihrer Website unzulässige Klicks generiert wurden. […] Entsprechend unseren Richtlinien können wir Sie nicht wieder in das Programm aufnehmen.


Und am besten ist der Satz am Ende:

Beachten Sie bitte ebenfalls, dass nachfolgende oder doppelt gesendete Einsprüche zu diesem Problem nicht berücksichtigt werden und Sie möglicherweise keine weiteren Mitteilungen von uns erhalten.


Bei solch einem Verhalten kann man schon leicht den Glauben an Google verlieren... Gehen wir einfach mal davon aus dass auf diesen beiden Accounts wirklich ein Klickbetrug stattgefunden hat, dann ist die Reaktion von Google natürlich richtig. Aber ich bin mir zu 99% sicher dass die Klicks nicht von den Betreibern selbst sondern von Robots oder gelangweilten Usern gekommen sind - dann ist diese Verhaltensweise natürlich ein Skandal!

Jetzt liegt es also anscheinend am Webmaster selbst diesen Klickbetrug einzudämmen, und wenn er es nicht schafft dann kickt ihn Google einfach aus dem Programm und behält noch dazu die bisherigen Einnahmen für sich bzw. gibt sie an die Inserenten zurück. Dabei hat Google nicht einmal Beweise dafür dass es der Webmaster selbst gewesen sein könnte, wahrscheinlich ist der Standort der IP-Adresse sogar hunderte Kilometer weit entfernt... aber der Webmaster ist schuld.

Im Grunde könnte man so auch ganz einfach einem unliebsamen Konkurrenten schaden der ebenfalls seinen Umsatz mit AdSense macht. Einfach tagelang fleißig auf die Banner klicken und darauf warten dass diese nach einigen Wochen von der Website verschwunden sind - bestenfalls die Website gleich mit... Ich verstehe dass Google Klickbetrug eindämmen muss um das Vertrauen der Kunden zu behalten - aber nicht auf Kosten anderer Kunden!

--
Also wenn Google eines Tages mal auf die Idee kommen sollte mir ebenfalls den AdSense-Account zu sperren, dann is Polen offen! (wie man in Berlin so schön sagt) Wenn es hier Klickbetrug geben sollte dann darf Google mir das gerne vom Umsatz abziehen - aber ohne einen 100%igen Beweis dafür dass ich persönlich diese Klicks gemacht oder in Auftrag gegeben habe lasse ich mir das Konto nicht schließen...

Da ich von solchen Fällen schon öfter gehört habe, habe ich sogar Angst überhaupt nur den Cursor über meine eigenen Banner zu schieben .p Wenn es dann mal interessante Inhalte gibt muss ich sie eben durch Copy & Paste aufrufen. Kleiner Geheimtipp: Kopiert die URL des AdSense-Links, dort befindet sich am Ende die URL zu der ihr weitergeleitet werdet - aber tut das nur wenn der Banner auf eurer eigenen Seite angezeigt wird und ihr nicht des Klickbetrugs schuldig machen wollt.

Wie dem auch sei, ich hoffe Google wird seine Einstellung in diesem Punkt irgendwann noch einmal ändern. Ich habe zwar keine große Hoffnung darauf, dafür ist die Firma zu mächtig und der einzelne Kunde viel zu unwichtig geworden, aber manchmal geschehen ja noch Zeichen und Wunder...

Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen mit dem AdSense-Team gemacht?

» Fall #1
» Fall #2

[thx to: nbwolf]
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Tags: google-adsense, klickbetrug [Tagwolke]
Kategorie(n): Google AdSense/AdWords
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» http://blogtopf.de/google/klickbetrug-erkennen-und-verhindern-mit-adwatcher/
» http://blogtopf.de/google/klickbetrug-erkennen-und-verhindern-mit-adwatcher/339/
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18 Kommentare:

aber ohne einen 100%igen Beweis dafür dass ich persönlich diese Klicks gemacht oder in Auftrag gegeben habe lasse ich mir das Konto nicht schließen…

Wie stellst Du dir das denn genau vor?

Zum Thema: Ja das ist ärgerlich und keiner will das wirklich erleben. Ich hab mir darüber auch schon einige Gedanken gemacht und fest vorgenommen demnächst mal drüber zu bloggen, wenn Zeit dafür ist.
Ich ja, leider. Ich vermute jemand hat auch aus Langeweile herum geklickt, vermutlich wusste er von Schließungen und wollte das bezwecken.

Gruß Dennis
Ähnliche Erfahrungen ja, allerdings (noch) nicht mit Google. Ein anderer Anbieter, der für Bannerklicks u.ä. Aktivitäten einige Cents vergütete, sperrte irgendwann mein Konto (~ 3 € vor der Auszahlgrenze) da Klicks immer wieder vom selben Besucher vorgenommen wurden. Soweit ich in Erfahrung bringen konnte, handelte es sich hierbei um jemanden der fast täglich einmal vorbei schaute und seinem Besuch immer einen Sponsorenklick folgen ließ ...
Auch hier hieß es "Klickbetrug"! Wäre es nicht einfacher zu häufige Klicks von Seiten des Anbieters dahingehend zu unterbinden, indem ab einer bestimmten Anzahl diese einfach nicht mehr in die Statistik einfließen ...
Ich lese regelmäßig die deutschen AdSense-Foren von Google [1], und da wimmelt von ähnlichen Fällen. Einmal alle Jubeljahre gibt es auch einen Fall, bei dem eine Sperrung zurückgenommen, aber das ist wirklich selten.

Auch in meinem Bekanntenkreis gab es einen Fall von "Klickbetrug", von jemandem, dem ich es glaube, dass er kein einziges Mal selbst auf die Anzeigen geklickt hat.


[1]: http://groups.google.com/group/adsense-help-de
Das besonders Ärgerliche ist ja die fehlende Transparenz. Wer weiss denn schon, dass die nicht an die "Klickbetrüger" ausbezahlten Einnahmen tatsächlich an die "betrogenen" Kunden rückvergütet werden?!
Naja, wer schonmal versucht hat, Google zu kontaktieren, weiß welch unmögliches Unterfangen das ist. Da wird man generell nur mit Floskeln abgespeist oder schlicht ignoriert. Egal, ob man auf Bugs hinweist oder Fragen zu technischen Problemen hat. Deren Kommunikation ist unterirdisch.
Ist ja ganz schön geschickt von Google. Es gibt ja nur wenige die viel Geld verdienen und sehr viele, die sehr wenig verdienen. Ich z.b. bin seit Dezember bei Google, und hab gerade mal 50 $ auf meinem Konto. Ausbezahlt wird aber erst ab 100. Sprich schließen die bei einigen, vor dieser 100 % Grenze, hatte Google Einnahmen ohne Ausgaben.
Oder bekommt man bei Schliessung den bis dato angehäuften Betrag doch ausbezahlt? Ich glaub mal nicht, was eigentlich eine Frechheit ist.
@Wini:
Ab dem Zeitpunkt der Schließung verlierst du jeglichen Anspruch, egal wieviel Geld auf dem Konto ist bzw. war

Was den Nachweis der Klicks angeht, das ist natürlich nicht ganz so einfach zu bewerkstelligen - aber die derzeitige Lösung ist einfach nur unmöglich. Dieser "kleine" Kritikpunkt macht im Grunde das gesamte AdSense-Netzwerk kaputt...

Ob Google mit seinen Großkunden die 5- oder 6-stellige Beträge im Monat mit AdSense einnehmen, wohl genauso verfährt? Ich glaube kaum...
btw: Kopiert die URL des AdSense-Links, dort befindet sich am Ende die URL zu der ihr weitergeleitet werdet Auch mit Vorsicht zu geniessen, alles, aber wirklich alles vor der URl sollte rausgelöscht werden. Das kopieren alleine reicht nicht, wenn man die komplette URL kopiert und in die Adresszeile einführt isses das gleiche als ob man auf den Banenr klickt.....
Ab März 2007 soll es ermöglicht werden, bestimmte IP-Adressen auf eine individuelle Blacklist zu setzen, auf deren Seiten dann keine Werbung des entsprechenden Unternehmens mehr geschaltet werden soll.

http://www.e-recht24.de/news/ecommerce/429.html
@Mat:
Natürlich muss man die entsprechende URL dann herauskopieren und einzeln aufrufen. Ich habe mir aber gedacht dass unsere Leser soweit selbst denken können und es deshalb nicht erwähnt ;-)
Ach? ... "dann is Polen offen"??? ... darf ich fragen, was Du dagegen tun willst???
Ich hab mal so ne Erfahrung gemacht, bei meinem Blog. War ganz am Anfang, irgendwann hatte ich so um die 30€, und plötzlich wurde alles geschlossen, und ich bekam nix mehr. Ohne konkrete Begründung. Naja. So is das.
Bei mir wurden gleich alle bei AdSense vorhandenen Accounts wegen vermeintlichen Klickbetrugs gesperrt.
Ich konnte anhand der Logfiles zumindestens eine erhöte Zugriffsrate auf die Server nachweisen (ein Link von Heise.de bringt schon etwas Traffic). Erfolglos.
Das blöde war, dass der Umsatz aller Domains mit einmal zurück behalten wurde. Ich bin mittlerweile auf einen TLA-Anbieter umgestiegen, der wenigstens meine Hostingkosten deckt.
http://www.ristau.de/blog/2007/03/12/adsense-ungueltige-klicks-googles-kommunikationsdefizit/
ich hatte das Problem vor zwei Jahren, lasse nun den Account über die Daten meines Vaters laufen.
Wenn ein "Scherzkeks" unentwegt im Blog auf die Googleanzeigen klickt, wertet Google das schon als Klickbetrug. Offensichtlich haben einige Zeitgenossen diese Klickerei als Volkssport entdeckt.
Die beste Alternative zu Google ist FavAds.
Sieht aus wie Adsense Anzeigen, sind aber Eure ganz normalen Affiliateprogramme. Das bringt unterm Strich
wesentlich mehr Geld als die par Googlecents.
www.gigk.de/FavAds/
Irgendwie will die URL nicht so richtig, hier also noch mal.
http://gigk.de/FavAds/
Wenn`s wieder nicht will, einfach Adresse in den Browser kopieren :-)
Nun hat es mich auch getroffe. Nunja musste wohl früher oder später passieren. Es waren so an die 150 Dollar auf dem Konto (in 2 Jahren angesammelt - die sind nun wegen eines vermeintlich zu guten Tages futsch. Egal wird mich nicht ruinieren. Auf meinen Webseiten wird dieser Platz nun für anti google Werbung bereitstehen und das ganz kostenlos. Wer will dort hin?

PS Da ich auch goolge adwords nutze (bringt allerdings nicht wirklch an Mehrumsatz) werde ich denen die nächste Lastschrift versauen (Rückbuchung) mal sehen was da so passiert :-) Ich behaupte einfach Klickmisbrauch von google ist der grund. Das sollte dann den Schgaden auch wieder ausgleichen.

Angriff ist die beste Vergeltung!
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